Planet der Affen

Es ist eine alltägliche Machart Hollywoods geworden, angestaubten Filmen und Reihen via Remakes, Prequels, Sequels und Reboots neues Leben einzuhauchen. Meist endet dies anspruchslos und teilweise in mehr schlechten als rechten Produktionen (wie beispielsweise die kommerzielle Ausschlachtung der „Star Wars“-Saga oder die endlosen Fortsetzungen von Reihen wie „Saw“ und „Resident Evil“) manchmal aber auch sehr gut bis überragend und gar mit einem gewissen Anspruch versehen (z.B. Christopher Nolans „Batman“-Reihe). Zu erstem gehörte vor genau zehn Jahren leider auch Tim Burtons Version von „Planet der Affen“ mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle. Ambitionen waren sicherlich da, doch vermisste man den Charme und die Frische die 1968 in dem Original mit Charlton Heston noch zu spüren war. Schlussendlich handelte es sich bei der 2001er-Version doch nur wieder um ein seelenloses Action-Vehikel mit Menschen in Affenkostümen.
Überraschenderweise schien das ausführende Studio 20th Century Fox seine Lehren daraus gezogen zu haben und serviert dem Publikum mit „Planet der Affen: Prevolution“ von Regie-Neuling Rupert Wyatt nun ein wirklich beeindruckendes Stück Zelluloid und macht dabei  fast alles richtig.
Lässt man sich einmal darauf ein, dass es sich trotz starker Drama- und Thriller-Anleihen immer noch vordergründig um einen Science-Fiction-Film handelt, erscheint die Geschichte durchweg logisch und glaubwürdig. Selbst die Action ist angenehm zurückhaltend und nicht überbordend platziert, obwohl die Affen-Invasion der Golden Gate Bridge sehr beeindruckend ausfällt.
Im Vordergrund steht das Leben und die Entwicklung des Schimpansen „Caesar“ (verkörpert von „Gollum“ Andy Serkis), der später einmal der Anführer der Affen-Revolte werden wird. Dabei ist es erstaunlich mit anzusehen, wie sehr diese Figur – obwohl komplett CGI-animiert – den Zuschauer in seinen Bann ziehen und stellenweise stark berühren kann. Gerade durch diese Präsenz Caesars, der durchweg der Fix- und Angelpunkt des Films ist, erübrigt sich die Frage, ob Charaktermime James Franco („Spiderman“, „127 Hours“) als Caesars Ziehvater einen Big-Budget-Blockbuster tragen kann: er muss es gar nicht. Der kluge Primat nimmt ihm diese Bürde ab und degradiert die mit u.a Brian Cox und John Lithgow vorzüglich besetzte Schauspielerriege zu –  im wahrsten Sinne des Wortes Nebendarstellern.
Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für den Auftritt von Freida Pinto („Slumdog Millionair“), die als Love-Interest leider nicht über die Rolle des „Eye-Candys“ hinauskommt. Dies ist sicherlich aber auch dem Drehbuch geschuldet.
Ansonsten überzeugt „Planet der Affen: Prevolution“ (Originaltitel: „Rise oft he Planet oft he Apes“) auf ganzer Linie und beweist, dass der Kinosommer auch alle Jahre wieder über die übliche seichte Unterhaltung hinauskommt.
Noch ein Tipp am Rande: Unbedingt beim Abspann sitzen bleiben, es folgt noch eine interessante Szene sowie Animation, die (natürlich) die Möglichkeit für kommende Fortsetzungen offen hält.

für WEB-TV: Alexander Krebs

Verleih (auch fürs Copyright der Bilder): Twentieth Century Fox

Szenenbild: Caesar & James Franco

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